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Schwieriges Thema - wunderbares Buch!
Lena und Kurt ziehen von der Stadt aufs Land, nach Brandenburg. Mit allem Drum und Dran: Besuch im Baumarkt, zweckmässiges Einrichten, Grillparty im Garten und viel Natur. Und da wäre da noch der kleine Kurt, der Sohn von Kurt und seiner Ex-Frau Jana. Der kleine Kurt wohnt nun eine Woche in der Stadt und eine Woche auf dem Land - und findet das toll ! Alles läuft gut.
Und dann schlägt das Leben zu. Der kleine Kurt stürzt auf dem Spielplatz vom Klettergerüst und stirbt. Die Erwachsenen bleiben verstört, trauernd und vor Schmerz sprachlos zurück.
Wie die Autorin diese Trauer beschreibt - sachte, unaufgeregt und wunderbar einfühlsam, das ist einfach grossartig.
Wie findet man sich wieder im Leben, nach diesem schrecklichen Verlust ?

 

 

Sarah Kuttner

Kurt


 

In "Der Wald" führt uns Nell Leyshon in eine Familie, deren Alltag von Krieg und Verzicht gezeichnet ist. Behütet wächst der kleine Pawel in seiner Heimatstadt Warschau auf, doch der Zweite Weltkrieg nimmt seiner Familie vieles weg, das vorher für sie selbstverständlich war. Als sein Vater schließlich im Widerstand gegen den Nationalsozialismus einen verwundeten, englischen Kampfpiloten mit nach Hause nimmt,bringt er die Familie noch weiter in Gefahr.Pawel und seine Mutter Zofia müssen schließlich in den Wald flüchten, wo sie abgeschottet und einsam die Tage bis zum Ende des Krieges zählen... Viele Jahre später leben die beiden in England. Paul - er ist Künstler geworden- und Zofia haben ihr in Trümmern liegendes Land verlassen, um ein neues Leben zu beginnen. Was während des Krieges passiert ist, hat seine Spuren hinterlassen - aber hat es sie auch stark genug für die Gegenwart gemacht ? Gekonnt verwebt die Autorin die Perspektive des kleinen, naiven Kindes mit jener der ausdrucksstarken Mutter und schafft ein filigranes Mosaik aus Empfindungen, Sehnsüchten und der Schwierigkeit, in harten Zeiten stark zu sein .

Rezension von : Hannah Oppolzer

 

 

Nell Leyshon

Der Wald


 

Eine Geschichte zwischen zwei Ländern, zwei Sprachen und zwei Identitäten: Als der kleine Leon in den Wirren eines Krieges seine Familie aus den Augen verliert, sieht er sich schlagartig auf sich allein gestellt. Gemeinsam mit anderen Kindern kämpft er ums Überleben, bis er und die jüngere Teres bei einer Bauernfamilie unterkommen. Leon heißt nun Leonas, muss eine fremde Sprache lernen und einen neuen, unbekannten Lebensweg gehen, in welchem seine Vergangenheit keinen Platz mehr hat. Er passt sich an und tut, was von ihm erwartet wird, stets entschlossen, aus diesem Leben das Bestmögliche zu machen. Währenddessen kämpft Teres zeitlebens mit Selbstzweifeln und kann mit ihrer Kindheit niemals abschließen, bis auch Leon mit seinen Grenzen konfrontiert wird und sich in einem Netz aus Verleugnung und Verdrängung wiederfindet.
Der Roman erzählt in kraftvoller Sprache von Menschen, die alles verloren
haben und neu beginnen müssen, von Leid und Hoffnung und davon, wie schwierig es ist, sich selbst zu belügen.
Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann !

Empfohlen von : HANNAH OPPOLZER

 

 

Claudia Sammer

Ein zögerndes Blau


 

Der Roman "Stummes Echo" von Susan Hill erzählt eine kleine Familiengeschichte im Norden Englands: Auf einer sturmumtosten Anhöhe steht das Elternhaus der vier Geschwister May, Frank, Colin und Berenice. Hier wachsen
die Kinder auf und durchleben eine glückliche Kindheit, auf die sie auch
als Erwachsene noch wohlwollend zurückblicken. Jahre später schreibt Frank einen autobiographischen Roman über einen Jungen, dessen Leben von Leid
und Gewalt geprägt war. Er selbst ? Seine Geschwister sind entsetzt - doch können sie ihren Erinnerungen wirklich trauen ? Wie stark ist die Macht des Verdrängens und Vergessens ? Wem aber kann man vertrauen, wenn nicht sich selbst? In wenigen Worten und dennoch malerischer Sprache entfaltet die Autorin eine Welt voller Geborgenheit, Liebe - und Zweifel. Ein gewaltiges Buch voller universeller Fragen über die Grenzen der Erinnerung und die Macht der Verdrängung, für Erwachsene wie auch für jugendliche Leserinnen ab 16Jahren empfohlen.
Rezension: HANNAH OPPOLZER

 

 

Susan Hill

Stummes Echo


 

Der neue Roman von Takis Würger beruht auf einer wahren Begebenheiten und nimmt uns mit in das Berlin der 1940er Jahre. Friedrich, ein junger Mann aus gutbürgerlichen Verhältnissen, kommt aus Genf nach Berlin und taucht ein in das pulsierende Leben der Stadt. In einer Kunstschule lernt er eine faszinierende junge Frau namens Kristin kennen, sie nimmt ihn mit in geheime Clubs und er bekommt seinen ersten Kuss. Eines Tages klopft sie an seine Tür, weinend und verletzt, und gesteht ihm ihren richtigen Namen - Stella. Sie ist Jüdin und wird von der Gestapo gezwungen als "Greiferin" untergetauchte Juden zu denunzieren, um ihre inhaftierten Eltern zu retten.
Der Roman bezieht sich auf die wahre Geschichte der Stella Goldschlag und handelt von Verrat und Liebe und Entscheidungen, die Menschen unter außerordentlichen, lebensbedrohenden Situationen treffen.

 

 

Takis Würger

Stella


 

Mit dem Buch "Der Sprengmeister" wurde nun endlich Henning Mankells bereits im 1973 im Schwedischen erschienene Debut-Roman ins Deutsche übersetzt.
Die Hauptperson, Sprengmeister Oskar Johansson, überlebt als junger Arbeiter einen schweren Sprengunfall, arbeitet jedoch sein Leben lang weiter als Sprenger.
Das Besondere an dem Buch ist die Art und Weise, wie Henning Mankell es schafft, durch seinen einmaligen Stil dem Charakter und Leben der wortkargen und bescheidenen Hauptperson gerecht zu werden: In Andeutungen, Zeitsprüngen, Erinnerungen und Kommentaren erschließt
sich uns darin nach und nach die persönliche, politische und berufliche Geschichte des Oskar Johansson, die - wie in allen Büchern Mankells- den gesellschaftlich Benachteiligten eine starke Stimme gibt.

 

 

Henning Mankell

Der Sprengmeister


 

Erich Hackl schafft in seinem neuen Buch ein eindrückliches Portrait eines stillen Helden des zweiten Weltkrieges:
Über vier Jahre lang gelingt es Reinhold Duschka, einem stillen, zurückhaltenden Menschen, Lucia und ihre Mutter in seiner Kunsthandwerkstatt zu verstecken und zu versorgen - er rettet ihnen dadurch das Leben.
Diese wahre Heldengeschichte basiert auf den Erinnerungen von Lucia.Es entsteht ein Bild des Lebens im Verborgenen, in dem unter extremen und beengten Umständen eine Normalität für
Lucia geschaffen wird, das aber auch von ständiger Angst und Restriktionen
geprägt ist.
Erich Hackl setzt mit seinem Roman ein
starkes Zeichen für Zivilcourage und
Mitmenschlichkeit und ein Denkmal für einen bewundernswerten Menschen.

 

 

Erich Hackl

Am Seil


 

Als Ibrahim, der in Istanbul ein geschäftiges aber relativ ereignisloses Leben als Journalist führt, vom Tod seines Jugendfreundes Hüseyin hört, kehrt er zum ersten Mal seit vielen Jahren in ihre gemeinsame Heimatstadt Mardin zurück. Hier an der türkisch-syrischen Grenze sucht er nach Spuren seines Freundes und erfährt von dessen geheimnisvoller Verlobten Meleknaz. Fasziniert von den Berichten über die junge Jesidin taucht er ein in die Geschichte und die Überlieferungen dieser Kultur und trifft auf eine Gruppe von Frauen, die aus der Gefangenschaft des IS fliehen konnten.
Der gewaltsame Tod des Jugendfreundes und die vergebliche Suche nach der geheimnisvollen Meleknaz zwingen Ibrahim sich seiner Herkunft zu stellen und sein Leben neu zu bewerten.

 

 

Zülfü Livaneli

Unruhe


 
Alle, außer mir
Kennen Sie Ihren Vater ? Kennen Sie die Geschichte Ihrer Familie ?
Die Lehrerin Ilaria hätte diese Fragen wahrscheinlich mit Ja beantwortet,
bis eines Tages ein junger Afrikaner auf den Stufen zu Ihrer Wohnung sitzt
und behauptet mit ihr verwandt zu sein. Ilaria und ihr Halbbruder begeben sich
gezwungenermaßen auf Entdeckungsreise in ihre Familiengeschichte, die sich
über drei Generationen und einige Geheimnisse erstreckt. Gleichzeitig ist diese Geschichte ein schonungsloses Gesellschaftsporträt und beleuchtet die(verdrängte) italienische Kolonialgeschichte des 20.Jahrhunderts.
Was bedeutet es, zufällig im „richtigen“ Land geboren zu sein ?
Was bedeutet Familie und wie entstehen Nähe und das Gefühl der Zugehörigkeit ?

Ein unbedingter Lesetipp – sehr beeindruckend !

 

 

Francesca Melandri

Alle, außer mir


 
Das Feld
Dies ist wieder kein einfaches Buch, aber das ist es bei Robert Seethaler ja
sowieso nie.. Und dafür schätzen wir ihn und warten immer ungeduldig auf die nächste Geschichte. Diesmal kreist der Roman um "Das Feld" - eigentlich den Paulstädter Friedhof. Ein Mann sitzt auf einer Holzbank unter einer krummgewachsenen Birke und und lässt seine Gedanken schweifen. Und so erfahren wir die Lebengeschichten von Menschen, die an diesem Ort lebten, ihn verließen oder nie weg kamen und hier ihr Leben beendeten. Manchmal ausführlicher, manchmal nur in Miniaturen ziehen Bilder vorbei und fügen sich zu einer Chronik der Ereignisse vergangener Jahre.
Was bleibt von einem Leben ?

 

 

Robert Seethaler

Das Feld